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Judith Rakers

Biografie

K

önnen Sie sich Judith Rakers mit Wollmütze, Isomatte und speckigem Pappbecher bettelnd auf der Straße vorstellen? Nein? Dann vielleicht so: Am Hauptbahnhof zwischen Essens-Resten und Kippen in Mülltonnen nach Pfandflaschen wühlend? Auch nicht? Aber dann bestimmt so: Bei “Ricky”, “Rambo” und “Banane” nachts unter einer Brücke Schutz suchend und gewarnt werden: “Du darfst den Schlafsack nicht zumachen. Manche Leute zünden den einfach an.” Sie können sich jetzt immer noch nicht vorstellen, dass das Judith Rakers sein soll?

Gut, dann versuchen wir es eben so: Judith Rakers ist nicht nur Deutschlands beliebteste Nachrichten-Sprecherin, sondern auch eine mutige und engagierte Journalistin, die auch vor emotionalen und physischen Zerreißproben nicht zurückschreckt. So hat sie nicht nur unter Obdachlosen in Hamburg gelebt, sondern auch Reportagen über Flüchtlinge, Armut in Hamburg und das Leben in einem Frauengefängnis gedreht. Dafür hat sie eine Woche hinter Gittern in Vechta verbracht.

Dass Judith Rakers nicht nur eine coole und sehr attraktive Blonde ist, sondern auch ein tough Coookie, zeigt sich schon in ihrer Kindheit. Nach der Trennung ihrer Eltern wächst sie bei ihrem Vater auf. Der Physiotherapeut ist viel beschäftigt und Judith regelt ihren Tagesablauf und versorgt sich selbst. Mit elf Jahren kann sie den Katalog vom Lieferservice auswendig, abends gibt es am liebsten eine Asiapfanne, und wenn ihr Vater am Wochenende Zeit hat, jede Menge Spaß. Mit neun Jahren bringt er ihr Autofahren bei, mit 11 Jahren lernt sie bei Opa Schießen und mit zwölf darf sie sich ein Pferd kaufen. Dafür hatte sie kräftig gespart. Ihre Kindheit findet jetzt vor allem auf dem Ponyhof statt.

Auch wenn Judith Rakers heute regelmäßig die Tagesschau präsentiert und als Partnerin von Giovanni di Lorenzo bei “3 nach 9″ an Platz zwei der beliebtesten deutschen Talkshow-Moderatorinnen steht, war ihr Umgang mit Sprache als Kind eher eigenwillig. Sie fängt sehr spät an zu sprechen und ihre Eltern dachten schon, sie sei taub. Als sie dann beginnt zu sprechen, formuliert sie allerdings gleich komplexe Sätze. Nach dem Abitur studiert sie Publizistik und Kommunikations-Wissenschaft, Geschichte und Deutsche Philologie und arbeitet als Hörfunk-Moderatorin und schreibt für verschiedene Tages- und Fachzeitungen.

Ihre TV-Karriere startet 2004 mit der Moderation des Hamburg Journals und Jan Hofer, der sie zur Tagesschau holen will: “Ich musste ein Jahr lang Sprechtraining machen und komplett neu sprechen lernen, weil meine Stimme zu hell war und ich einen ostwestfälischen Dialekt hatte. Das war hart.” Hart sind auch die ersten Jahre bei der Tageschau. Nachtschicht: Von 23.00 bis 6.30 Uhr oder Frühschicht von 4.30 Uhr bis 10.30 Uhr. Ihr erster Auftritt in der Abendschicht ist im August 2006 in der letzten Tagesthemen-Sendung von Uli Wickert. Im März 2008 präsentiert Judith Rakers dann zum ersten mal die 20 Uhr-Tagesschau und ist mittlerweile die erklärte Favoritin der deutschen Zuschauer.

Eigentlich könnte sie es sich doch gemütlich machen mit Tageschau, Talkshow, ihrer eigenen Unterhaltungsshow “Pleiten, Pech und Pannen” und diversen Event-Moderationen. Aber die ambitionierte Fernsehfrau Judith Rakers kann und will das nicht: “Ich muss immer wieder raus aus der Komfortzone. Der Gang in fremde Welten und soziale Brennpunkte ist mir wichtig, weil ich damit etwas Sinnvolles zurückgeben kann und die Zahlen, Daten und Fakten aus der Tagesschau so ein Gesicht bekommen.”

Und dann gibt es noch etwas, das ihr ganz, ganz wichtig ist: Die Pferde. Da ist Carlson, ein Wallach mit blonder Mähne, den sie auf Rügen entdeckt und adoptiert hat. Als er einen Bänderriss hatte, konnte er zwei Jahre lang nicht laufen. Judith Rakers hat ihn nicht “entsorgt”, wie ihr empfohlen wurde, sondern zwei mal operieren lassen und Reha mit ihm gemacht. Danach war er wieder topfit. Und dann ist da Sazou, eine Stute, die auch ein Sorgenkind war, weil sie bei ihrem früheren Besitzer nicht genug zu fressen bekommen hatte. Das dritte Pferd ist Arco, ein Senior, der schon als Schulpferd ausrangiert war, durch liebevolle Pflege wie neugeboren ist und von ihrem Mann geritten wird.

Fragt man Judith Rakers nach dem Highlight ihrer professionellen Karriere, muss sie nicht lange überlegen: Ganz klar und unvergesslich die Moderation des Eurovision Song Contest im Jahr 2011 in Düsseldorf vor 120 Millionen Zuschauern und 60.000 Gästen. Sie moderierte neben Anke Engelke und Stefan Raab in drei Sprachen. Die Show bekam den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie “Beste Unterhaltung” und Judith Rakers wurde zur “Fernsehfrau des Jahres”.

Gerade erst stand Judith Rakers für eine Reportage über unbegleitete jugendliche Flüchtlinge im Alter von 16 bis 18 Jahren vor der Kamera. Dafür brauchte sie nicht drei Sprachen, sondern drei ihrer anderen Fähigkeiten: Mut, ein großes Herz und ganz viel Empathie.

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